1. Sonntag nach Epiphanias
Liebe Gemeinde,
zunächst einmal möchte ich es nicht versäumen, einem jeden von Ihnen ein gesegnetes Jahr 2010 zu wünschen. Möge der Herr Sie segnen, behüten und begleiten durch all das, was Ihnen in diesem Jahre begegnet. Am heutigen 1. Sonntag nach Epiphanias gibt uns der heutige Predigttext wertvolle
Hinweise darauf, wie wir unser Leben, also jeden Tag unseres Lebens als Gottesdienst gestalten können. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 12. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 1-3. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Das Leben als Gottesdienst
Ich ermahne euch nun liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber hingebt als ein Opfer, dass lebendig, heilig und Gott wohlgefällig ist. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung
eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und das Wohlgefällige und Vollkommene.
Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde
Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt zu halten, sondern dass er maßvoll von sich halte, ein jeder, wie Gott das Maß des Glaubens ausgeteilt hat.
Liebe Gemeinde,
gibt es einen ganz persönlichen Gottesdienst für einen jeden von uns ?
Ja, es gibt ihn. Daher möchte ich die heutige Predigt unter die Überschrift stellen: “Wie diene ich Gott in meinem persönlichen Leben ?” Gottesdienst ist also nicht nur das, was jeden Sonntag in der Regel zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr in unseren Kirchen geschieht. Nein, liebe Gemeinde, der persönliche Gottes-Dienst geht weit über diese eine Stunde hinaus. Wie aber sieht solch ein Gottesdienst denn im praktischen Leben aus ? Lassen Sie uns drei Punkte betrachten, die uns ein wenig näher hinführen zu dem ganz persönlichen Gottesdienst.
1. Die richtige Rangfolge
Wir reden ja heute von Gottesdienst. Wir dienen also unserem Herrn und nicht umgekehrt. Wenn wir uns heute so in der Gesellschaft umschauen könnte man eher den Eindruck gewinnen, Gott wird immer mehr als Wunscherfüllungsautomat betrachtet. So lange, wie alles glatt läuft und sich alle Wünsche im Leben realisieren lassen, so lange darf Gott an unserer Seite sein. Sobald etwas nicht mehr so gut läuft, wird er eben an die Seite gestellt. Gott ist aber nicht der gute Opa und
Wunscherfüllungsautomat, oder die Abkürzung für Guter Opa Total Taub, sondern der Schöpfer des Himmels und der Erde. Und daher gebührt IHM allein all unsere Ehre und Anbetung.
Nur wenn wir wieder lernen, Gott an die erste Stelle in unserem Leben zu setzen, nur dann sind wir in der Lage einen wirklichen Gottesdienst auszuüben. Dies können wir aber nur mit der rechten inneren Einstellung.
Die rechte innere Einstellung, liebe Gemeinde, ist die, dass wir Gott über alles setzen, was uns im Leben wichtig ist. Vertrauen wir doch wieder darauf, dass der Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat, sich auch um das Wohlergehen eines jeden einzelnen kümmern möchte.
Als erstes müssen wir also von unserem eigenen Thron heruntersteigen und diesen Regierungssessel wieder unserem Herrn voll und ganz überlassen.
Nicht nur in guten, sondern vor allem auch in scheinbar schlechten Zeiten müssen wir ihm das Zepter überlassen. Denken wir doch in diesem Zusammenhang einmal an die Josefsgeschichte. Sklave in Ägypten zu sein war gewiss kein sozialer Aufstieg gewesen. Aber Josef hielt an Gott fest
und ließ ihm die erste Stelle in seinem Leben. Nur so konnte Gott ihn auch führen. Und Josef LIEß sich auch von Gott führen. Josef nahm alles in seinem Leben so an, wie es ihm Gott bescherte.
Und dies sollen wir auch tun. Lassen Sie uns doch z.B. all unsere Sorgen und Probleme auf IHN werfen. Er ist der Herrscher über unser Leben. ER wird dafür sorgen, dass letztendlich alles zu unserem Wohle gereicht.
2. Seinen Willen erkunden
Ich halte nicht viel davon in den Tag hineinzuleben nach dem Motto “Der Mensch denkt und Gott lenkt.” Dies ist sicherlich nicht der rechte Gottesdienst. Wenn ich mit meiner Digitalkamera fotografieren möchte, dann bietet es sich an, die Gebrauchsanleitung zu lesen und sich auch
daran zu halten. Ansonsten kommt dabei nichts Gescheites heraus.
Wir alle, liebe Gemeinde, haben ja den Zugang zu der “Gebrauchsanleitung für das Leben”. Diese Gebrauchsanleitung sollten wir kennen, wenn wir den Willen unseres Herrn entdecken möchten. Es ist aber nicht damit getan, die Bibel als Gebrauchsanleitung für unser Leben 1x zu lesen und dann für immer aus der Hand zu legen. Gottes Wort will uns Tag für Tag in unserem Leben begleiten. Es will uns ein wichtiger Ratgeber bei all unseren Entscheidungen sein.
Wenn wir also den Willen unseres Herrn für unser ganz persönliches Leben erkennen wollen, dann führt kein Weg an dem regelmäßigen Studium der Bibel vorbei. Wenn wir unserem Herrn dienen wollen, dann müssen wir auch wissen, was Gott von uns erwartet. Was Gott von uns erwartet, das, liebe Gemeinde, erfahren wir in der Bibel. Und das Studium der Bibel ist gewiss nicht allzu schwer. Wenn Sie jeden Tag drei Kapitel in der Bibel lesen und am Sonntag, da man ja dann etwas mehr Zeit hat 6 Kapitel der Bibel studieren, dann haben Sie in einem Jahr die komplette Bibel
durchgearbeitet. Weite Passagen der Bibel habe ich anfangs überhaupt nicht verstanden. Aber so nach und nach wuchs dann doch die Erkenntnis.
3. Seinen Willen in die Tat umsetzen
Dieser Punkt hängt sehr eng mit dem zweiten Punkt zusammen. Wenn wir Gott dienen wollen, dann hört dieser Gottesdienst natürlich nicht mit dem Studium der Bibel auf. Die Bibel bildet eigentlich die Grundlage, ohne deren Studium wir Gott gar nicht richtig dienen können. Gott möchte aber auch, dass wir sein Wort mit Leben füllen, also dass wir das gelesene Wort auch in die Tat umsetzen. Dies sollen wir übrigens 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche tun und nicht nur 1 Stunde am Sonntag. Und jetzt, liebe Gemeinde, wird es ganz persönlich: Mit der Bibel gibt uns Gott einen Rahmen für unser Leben, in welchem wir leben sollen. Allerdings hat Gott einen individuellen Lebensplan für einen jeden von uns, der ihm wirklich dienen möchte.
Diesen persönlichen Lebensplan erfahren wir nicht direkt aus der Bibel, sondern dann, wenn wir in Kontakt mit unserem Herrn treten. Im Gebet mit unserem Herrn wird ER uns wissen lassen, wofür ER uns gebrauchen will, an welcher Stelle in unserem Leben wir IHM dienen sollen und auch, wie
wir ganz konkret IHM dienen sollen. Das kann durch vielfältige Art und Weise geschehen.
Manchmal empfangen wir sein Wort ganz direkt. Es gibt aber auch Situationen im Leben, wo uns Gott ganz konkret Menschen an die Seite stellt, die z.B. unsere Hilfe bedürfen. Lassen wir uns doch alle wieder überraschen, wohin uns unser Herr im Jahre 2010 führen wird.
Wir sollen nur IHM allein (wieder) die Regierungsgeschäfte unseres Lebens übertragen, SEIN heiliges Wort studieren und den regelmäßigen Kontakt zu IHM pflegen.Wenn wir dies ernsthaft unternehmen, dann wird uns unser Herr in die Lage versetzen unser ganzes Leben als Gottesdienst
zu SEINER Ehre zu gestalten.
Die rechte Einstellung zu einem Leben mit und in unserem Herrn beschreibt der Liederdichter Bartholomäus Crasselius sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes : “Dir, dir, o Höchster will ich singen…”, der da lautet, wie folgt:
Zieh mich, o Vater, zu dem Sohne damit dein Sohn mich wieder zieh zu dir;
dein Geist in meinem Herzen wohne und meine Sinne und Verstand regier,
dass ich den Frieden Gottes schmeck und fühl und dir darob im Herzen
sing und spiel.
Der Herr schenke Dir Demut, damit Du allein auf IHN hörst
Der Herr schenke Dir Dankbarkeit, damit Du alles aus SEINER Hand annimmst
Der Herr schenke Dir Mut, damit Du SEIN Wort fröhlich weitergeben kannst.
Amen
Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag. Weiterhin wünsche ich Ihnen allen einen fröhlichen Start in die neue Woche. Möge der allmächtige Gott Sie alle segnen , behüten und beschützen.
Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr
Ulrich Naber




Ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Weihnachtstag. Ich hoffe, Sie haben alle einen besinnlichen, ruhigen und friedlichen Heiligabend erleben dürfen. Wenn auch schon alle Geschenke ausgepackt sind, so möchte uns unser Herr heute noch ein Geschenk bereiten, ER möchte uns zu Erben, zu Erben SEINES Reiches machen. Mehr darüber lesen wir in dem Predigttext für den heutigen
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